Marcus Riedelsheimer Autokran Dienste hat einen neuen Liebherr Mobilkran LTM 1055-3.3 in die Flotte aufgenommen. Der 3-Achser ersetzt ein älteres Modell des Vorgängertyps LTM 1055-3.2 und soll primär für die Montage leichterer Betonfertigteile sowie als Taxikran im Tagesgeschäft eingesetzt werden. Die Entscheidung für das neue Modell fiel nach Angaben des Unternehmens vor allem aufgrund der modernisierten Kransteuerung LICCON3, der variablen Abstützbasis VarioBase Plus mit breiteren Abstützungen hinten sowie niedrigerer Achslasten, die flächendeckende Dauerfahrerlaubnisse erleichtern.

„Wir benötigten einen Kran genau in dieser Klasse. Der LTM 1055-3.3 ist ein kompaktes und wendiges Gerät. Er bietet die moderne Kransteuerung LICCON3 und die variable Abstützbasis VarioBase Plus mit breiteren Abstützungen hinten, die in diesen Arbeitsbereichen deutlich höhere Tragkräfte bietet", erklärt Firmeninhaber Marcus Riedelsheimer. „Zahlreiche Achslast-Varianten bieten uns die Möglichkeit, einfacher flächendeckende Genehmigungen zu erhalten. So sind wir gut aufgestellt, falls auch in unserer Region die Vorschriften strikter werden."

Leichtester 3-Achs-All-Terrain-Kran im Markt

Der LTM 1055-3.3 positioniert sich nach Herstellerangaben als leichtester 3-achsiger All-Terrain-Kran auf dem Markt. Dank Leichtbauweise sind Fahrzustände mit unter 9 Tonnen Achslast und – je nach Konfiguration – weniger als 26 Tonnen Gesamtgewicht möglich. Gleichzeitig bietet das Gerät mit seinem langen Teleskopausleger hohe Tragkräfte, insbesondere bei mittleren und großen Ausladungen. Diese Kombination adressiert ein zentrales Problem im innerstädtischen und regionalen Kranbetrieb: Viele Kommunen verschärfen Gewichtsbeschränkungen, und Dauerfahrerlaubnisse für schwerere Kranklassen sind immer schwieriger zu erhalten.

Die variable Abstützbasis VarioBase Plus ist dabei ein entscheidender technologischer Vorteil. Sie ermöglicht dem Kranführer, die Abstützbreite an die Gegebenheiten vor Ort anzupassen und dabei dennoch höhere Traglasten zu realisieren, als es bei konventionellen Systemen mit fester Abstützbasis möglich wäre. Gerade bei beengten Baustellen oder asymmetrischen Aufstellflächen gewinnt der Anwender dadurch Flexibilität – ohne auf Kipplast und Sicherheitsreserven verzichten zu müssen.

LICCON3-Steuerung als Flottenstandard

Ein weiterer Faktor für die Investitionsentscheidung war die einheitliche Steuerungstechnik. Riedelsheimer setzt ausschließlich auf Liebherr-Geräte, und die LICCON3-Kransteuerung ist mittlerweile Flottenstandard. Marcus Riedelsheimer hebt hervor: „Unser gesamter Fuhrpark besteht aus Liebherr-Geräten. Da die Bedienung und Steuerung sehr einheitlich sind, können unsere Fahrer flexibel auf unterschiedlichen Geräten eingesetzt werden. Die Nähe zum Ehinger Liebherr-Werk spielt natürlich auch eine entscheidende Rolle. Störungen oder Ausfälle können kurzfristig durch den nahegelegenen Kundendienst behoben werden."

Die Standardisierung auf eine Steuerungsarchitektur verkürzt Einarbeitungszeiten, reduziert Fehlbedienungen und erleichtert die Einsatzplanung. Gerade für mittelständische Krandienstleister mit mehreren Geräten ist die Interoperabilität der Fahrer über Maschinenklassen hinweg ein oft unterschätzter Wettbewerbsvorteil.

Einsatzspektrum: Betonfertigteile, Fertighäuser, Taxikran

Der neue LTM 1055-3.3 rundet den Mobilkran-Fuhrpark von Riedelsheimer nach unten ab und ist insbesondere für die Montage leichterer Betonfertigteile vorgesehen. Das Unternehmen betreibt neben dem Autokrandienst ein eigenes Betonfertigteilwerk und bietet ein breites Spektrum an Bautätigkeiten bis hin zum schlüsselfertigen Bauen an. Der Kran wird zudem für die Fertighausmontage und als Taxikran für das Tagesgeschäft eingesetzt. Diese Mehrfachnutzung ist typisch für regionale Krandienstleister, die sowohl projektgebundene Montagearbeiten als auch Ad-hoc-Aufträge abwickeln.

Der Taxikran-Einsatz erfordert besondere Mobilität und schnelle Verfügbarkeit – genau hier zahlt sich die niedrige Achslast aus. Während schwerere Krane oft auf Genehmigungen warten oder Umwege fahren müssen, kann der LTM 1055-3.3 in vielen Regionen ohne zusätzliche Auflagen bewegt werden. Das verkürzt Reaktionszeiten und erhöht die Auslastung.

Firmengruppe mit 65 Mitarbeitenden – vom Ein-Mann-Betrieb zum Generalunternehmer

Marcus Riedelsheimer hat 1995 mit einer kleinen Baugerätevermietung begonnen. Heute leitet er eine Firmengruppe mit rund 65 Mitarbeitenden. Schwerpunkte sind ein breites Angebot an Bautätigkeiten bis hin zum schlüsselfertigen Bauen, ein Betonfertigteilwerk und der Autokrandienst. Diese vertikale Integration – vom Fertigteilwerk über die Kranlogistik bis zur Endmontage – ist ein strategisches Differenzierungsmerkmal gegenüber reinen Kranvermietern. Riedelsheimer kann intern Synergien heben, etwa indem Krane direkt von der Fertigung zur Baustelle disponiert werden, ohne Leerfahrten oder externe Dienstleister.

Relevanz für den Markt: Genehmigungsdruck und Leichtbau-Trend

Die Übernahme des LTM 1055-3.3 ist symptomatisch für eine breitere Marktentwicklung. Immer mehr Kommunen verschärfen Gewichtsbeschränkungen auf Straßen und Brücken, getrieben durch Infrastrukturalterung und Sicherheitsbedenken. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach flexiblen, schnell einsetzbaren Kranen, die ohne langwierige Genehmigungsverfahren bewegt werden können. Leichtbau-Mobilkrane wie der LTM 1055-3.3 profitieren von diesem Trend – sie ermöglichen Krandienstleistern, auch bei strikteren Vorschriften flächendeckend tätig zu bleiben.

Für Liebherr ist die Entwicklung des 3-Achs-Segments ein strategisches Feld. Während die großen Tonnageklassen (100+ Tonnen) vor allem von Spezialkranunternehmen im Industriemontage- und Energiebau nachgefragt werden, sind kompakte 3-Achser wie der LTM 1055-3.3 das Arbeitspferd im regionalen Hochbau, Fertigteilbau und Instandhaltungsgeschäft. Hier konkurrieren Hersteller wie Liebherr mit Tadano, Grove und Terex um Marktanteile. Die Kombination aus niedrigem Gewicht, moderner Steuerung und variabler Abstütztechnik soll den LTM 1055-3.3 im Wettbewerb positionieren.

Ausblick: Weitere Verschärfungen bei Gewichtsvorschriften erwartet

Marcus Riedelsheimer begründet die Investition auch mit Blick auf künftige regulatorische Verschärfungen: „So sind wir gut aufgestellt, falls auch in unserer Region die Vorschriften strikter werden." Diese Antizipation ist kaufmännisch klug. In mehreren Bundesländern wird über strengere Gewichtsgrenzen im Straßenverkehr diskutiert, und die Erhaltung der Infrastruktur wird in den kommenden Jahren ein politisches Dauerthema bleiben. Krandienstleister, die heute in leichtere Geräteklassen investieren, sichern sich Handlungsspielraum für morgen.

Auch die Nähe zum Liebherr-Werk Ehingen ist ein strategischer Vorteil, den Riedelsheimer explizit nennt. Kurze Wege zum Kundendienst reduzieren Standzeiten und ermöglichen schnelle Reparaturen – ein kritischer Faktor in einem Geschäft, das auf hohe Maschinenverfügbarkeit angewiesen ist. Im regionalen Krangeschäft kann ein ungeplanter Ausfall über mehrere Tage erhebliche Umsatzverluste und Vertragsstrafen nach sich ziehen.

Ob weitere Krandienstleister dem Beispiel Riedelsheimers folgen und ältere 3-Achser durch leichtere, technologisch modernere Modelle ersetzen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Der Markt für kompakte Mobilkrane bleibt in Bewegung – getrieben von regulatorischem Druck, technologischer Innovation und dem Wunsch nach maximaler Einsatzflexibilität. Für eine vertiefende Analyse zu innerstädtischen Mobilkran-Strategien lohnt sich ein Blick auf die spezifischen Anforderungen regionaler Kranlogistik.

Quellen