Die Pfahlgründung gehört zu den Tiefgründungsverfahren, die zum Einsatz kommen, wenn der natürliche Baugrund die erforderliche Tragfähigkeit für ein Bauwerk nicht bietet. Bei der Pfahlgründung werden die Bauwerkslasten über in den Boden eingebrachte Pfähle in tiefere, tragfähigere Bodenschichten abgeleitet.

Pfahlgründungen kommen immer dann zum Einsatz, wenn der oberflächennahe Baugrund die erforderliche Tragfähigkeit nicht bietet. Sie sorgen dafür, dass die Lasten eines Gebäudes oder einer Infrastrukturanlage in tiefere, tragfähige Bodenschichten geleitet werden. Typische Einsatzbereiche sind weiche, feuchte Böden, bei denen Pfähle Setzungen auf ein Minimum reduzieren. Auch bei unterschiedlichen Gründungssteifigkeiten verhindern sie das Kippen von Bauwerken bei ungleichmäßigen Lasten.

Ein weiterer kritischer Anwendungsfall ist die Auftriebssicherung: Bei tiefen Baugruben mit hohen Auftriebskräften wirken Pfähle als Gegengewicht. Hier müssen sie allerdings speziell auf Zugkräfte ausgelegt werden. Beim Leitungsbau und Kanalbau, wo Baugruben häufig unter dem Grundwasserspiegel liegen, spielt diese Funktion eine zentrale Rolle.

Bohrpfähle eignen sich besonders für komplexe Baugrundverhältnisse und tief liegende tragfähige Bodenschichten. Hier wird das Bodenmaterial ausgehoben, und das Bohrloch muss während des Aushubs stabilisiert werden. Häufig kommen Stützflüssigkeiten oder Verrohrungen zum Einsatz, um das Nachlaufen von Bodenmaterial zu verhindern. Anschließend wird der Pfahl mit Beton verfüllt und bewehrt. Bohrpfähle ermöglichen den Einsatz auch bei großen Pfahltiefen und bieten Flexibilität bei der Wahl der Pfahldurchmesser.

Verdrängungspfähle finden Anwendung, wenn kein Bodenaushub anfallen soll. Stattdessen wird der Boden verdrängt, was den Pfählen zusätzliche Stabilität und Tragfähigkeit verleiht. Dieses Verfahren eignet sich ideal für innerstädtische Baustellen, da es geräusch- und erschütterungsarm ist.

Die Überprüfung der Pfahltragfähigkeit ist ein fester Bestandteil jeder Pfahlgründung. Üblich sind statische und dynamische Pfahlprobebelastungen, bei denen der Pfahl mit definierten Lasten beaufschlagt und die Setzung gemessen wird.