Die Kleemann GmbH, Teil der Wirtgen Group, hat für ihr "Lock & Turn Quick Access"-System einen Sicherheitspreis erhalten. Die Auszeichnung bezieht sich auf die Prallbrecher MOBIREX MR 100 NEO und NEOe. Hinter der Meldung steckt mehr als eine Produktauszeichnung: Wartungsarbeiten an mobilen Brechanlagen gehören zu den unfallträchtigsten Tätigkeiten im Steinbruch- und Recyclingbetrieb. Der Award gibt Anlass, die reale Sicherheitslage in der Branche zu beleuchten.
Das System ermöglicht einen vereinfachten Zugang zu Verschleißteilen wie Prallplatten und Brechwerkzeugen. Bisher waren für solche Arbeiten oft mehrere Handgriffe, Werkzeuge und zum Teil improvisierte Sicherungsmethoden nötig. Der neue Schnellverschluss reduziert die Zeit, die Wartungspersonal in unmittelbarer Nähe zu rotierenden oder schweren Maschinenteilen verbringen muss. Das senkt nicht nur das Risiko von Quetschungen oder Einklemmungen, sondern verkürzt auch Standzeiten – ein Faktor, der für Sie als Betreiber direkt auf die Amortisation einzahlt.
Die Wirtgen Group setzt mit der Lösung auf eine mechanische Verriegelung, die ohne zusätzliches Werkzeug bedienbar ist. Solche Systeme sind im Anbaugeräte-Bereich bereits bekannt, etwa bei Schnellwechslern für Bagger. Auf mobile Brecher übertragen, bedeutet das: weniger Fehlerquellen durch Ermüdung oder Zeitdruck, kürzere Wartungsintervalle und weniger Personalaufwand pro Einsatz.
Für Betreiber von mobilen Brechern auf Recyclingbaustellen sind die praktischen Auswirkungen messbar. Typische Wartungsarbeiten an Prallbrechern – etwa der Wechsel von Verschleißteilen nach 200 bis 400 Betriebsstunden – kosten bislang zwischen zwei und vier Stunden pro Einsatz. Verkürzt sich diese Zeit um 30 Prozent, steigt die Verfügbarkeit der Maschine im gleichen Maß. Bei einem durchschnittlichen Tagesumsatz von mehreren Tausend Euro kann das die Total Cost of Ownership (TCO) über die Lebensdauer der Anlage deutlich senken.
Gleichzeitig bleibt die Frage, wie weit solche Systeme in der Breite ankommen. Viele Betreiber arbeiten noch mit älteren Maschinen, bei denen Nachrüstungen technisch aufwendig oder wirtschaftlich nicht darstellbar sind. Die Auszeichnung zeigt jedoch, dass Sicherheitsinnovationen an Brechern zunehmend als Wettbewerbsfaktor wahrgenommen werden – nicht nur im Marketing, sondern auch bei Ausschreibungen und Versicherungsprämien. Wer auf neuere Technik setzt, profitiert nicht nur von kürzeren Wartungszeiten, sondern auch von niedrigeren Haftungsrisiken und besserer Mitarbeiterbindung.



