Eine Autobetonpumpe ist eine fahrbare Pumpe zur Förderung von Beton, die auf einem LKW-Chassis montiert ist und optional mit einem Verteilermast ausgestattet wird. Die Maschine transportiert Beton mit Korngrößen von bis zu 63 Millimetern über Reichhöhen von bis zu 100 Metern. Ihr Einsatzgebiet umfasst den Bau von Gebäuden, Brücken und Staudämmen. Rechtlich wird sie als selbstfahrende Arbeitsmaschine eingestuft.

In Deutschland kommen seit den 1920er Jahren Einkolbenpumpen zum Einsatz, doch heute dominieren Doppelkolbenpumpen, die durch Elektro- oder Dieselmotoren mittels Ölpumpen hydraulisch angetrieben werden. Die Förderkolben sind über Antriebszylinder hydraulisch miteinander verbunden und arbeiten im Gegentakt. Die Kernpumpe einer Doppelkolbenpumpe besteht aus hydraulischem Antriebszylinder, Förderzylindern mit Förderkolben, einem dazwischen geschalteten Wasserkasten, Betontrichter mit Rührwerk sowie Rohrweiche und Hebel-Umschaltzylinder.

Der rücklaufende Förderkolben des einen Förderzylinders erzeugt einen Unterdruck, wodurch das Medium aus dem Aufgabetrichter in den Zylinder gesaugt wird. Gleichzeitig drückt der vorlaufende Förderkolben den Inhalt des anderen Förderzylinders durch die Rohrweiche in die Förderleitung. Am Hubende schaltet die Pumpe um: Die Rohrweiche schwenkt vor den anderen gefüllten Förderzylinder, und die Förderkolben kehren ihre Bewegungsrichtung um. Um Leitungsverstopfungen zu lösen, kann jede Maschine auch rückwärts pumpen.

Neben Kolbenpumpen werden in der Praxis auch Rotorpumpen sowie Schiebersysteme und Rohrweichen eingesetzt. Während Kolbenpumpen durch ihre robuste Bauweise und hohe Förderdrücke überzeugen, bieten Rotorpumpen Vorteile bei bestimmten Betonsorten und Fließeigenschaften. Schiebersysteme ermöglichen eine präzise Steuerung des Betonstroms und minimieren Pulsationen während des Pumpvorgangs.

Die Erfindung der Betonpumpe geht auf das Jahr 1927 zurück, als die Ingenieure Max Giese und Fritz Hell die Idee entwickelten, Beton vom Fahrmischer direkt zur Verwendungsstelle zu pumpen. Unzulänglichkeiten beim Umgang mit dem herkömmlichen Gießturm trieben die Innovation voran. Der verminderte Wassergehalt des Betons im Pumpverfahren sparte Energie und ließ das Material zügiger abbinden. Gepumpt werden konnte zunächst bis zu 38 Meter Höhe und bis zu Entfernungen von 120 Metern – Leistungswerte, die durch moderne Technologie inzwischen weit übertroffen werden.

Kolbenpumpen-Einheiten werden als „Kernpumpe" vormontiert und können je nach Verwendungszweck auf Fahrgestelle als Autobetonpumpe oder auf diverse Hilfsrahmen als Stationär-, Baustellen- oder Tunnelbetonpumpe montiert werden. Die Antriebe erfolgen heute ausschließlich hydraulisch, wobei sich die Steuerungsvarianten der einzelnen Hersteller unterscheiden. Wichtige Leistungsfaktoren sind Förderdruck, maximale Fördermenge und die Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Betonsorten und Pumpdistanzen.