Das von Olanger Seilbahnen/Funivie di Valdaora betriebene Skigebiet Kronplatz in Südtirol hat einen speziell konfigurierten PM 18 SP Ladekran in Betrieb genommen, der auf einem Kässbohrer PistenBully-Fahrgestell montiert ist. Die Konstruktion kombiniert Hebe- und Arbeitsbühnentechnik aus dem Baumaschinenbereich mit einem Pistenfahrzeug-Chassis und dient der Wartung von Schneekanonen-Türmen sowie Infrastrukturarbeiten in Höhenlagen bis 2.300 Meter.
Der Kran wurde mit einer Ferrari-Arbeitsbühne ausgestattet und von PM-Ladekran-Händler Frei & Co geliefert. Das Skigebiet betreibt mehr als 100 Kilometer Pisten und verfügt über rund 150 Schneekanonen, von denen viele auf mehrere Meter hohen Festtürmen installiert sind. Bislang mussten Techniker bei Temperaturen von häufig unter -20°C und Windgeschwindigkeiten bis zu 90 km/h über Leitern zu den Wartungspunkten klettern.
Neigungsausgleichssystem für Einsatz am Hang
Die zentrale Innovation der Konstruktion ist ein Neigungsausgleichssystem, das Frei & Co zusammen mit einem österreichischen Spezialisten entwickelt hat. Es nivelliert die Maschine auf unebenem und abschüssigem Gelände, sodass der Kranausleger auch bei seitlicher Hanglage präzise und sicher arbeiten kann. Zusätzlich wurde das Drehwerk des größeren PM 23 in den PM 18 verbaut, um die Kontrolle bei Arbeiten an Steilhängen zu verbessern.
Von der Auftragserteilung bis zur Auslieferung dauerte der Entwicklungs- und Bauprozess mehr als ein Jahr. In dieser Zeit wurde ein maßgeschneiderter Hilfsrahmen konstruiert, das Neigungssystem entwickelt, die Stützenfixierung angepasst und die Zertifizierung eingeholt. Die endgültige Montage am Standort Kronplatz nahm hingegen lediglich drei Stunden in Anspruch.
Einsatzspektrum über Schneekanonen-Wartung hinaus
Die Maschine hat bereits ihre erste Wintersaison absolviert. Neben der Wartung der Schneekanonen-Türme kam sie auch für Arbeiten an pistenseitigen Strukturen zum Einsatz, darunter Ski-Cross-Container und Kamerasysteme für die Zeiterfassung. Die Arbeitsbühne ermöglicht es den Technikern, ohne Klettern direkt an den Arbeitspunkt zu gelangen.
Andreas Del Frari, technischer Leiter bei Funivie di Valdaora, erläuterte die Motivation: „Als Premium-Skigebiet wollten wir auch in Sachen Sicherheit Premium sein. Es reichte uns nicht mehr aus, dass unsere Mitarbeiter einfach geschult und eingewiesen waren – wir wollten das Risiko an der Quelle beseitigen. Mit dem Krankorb erreicht der Techniker den Arbeitsbereich direkt und sicher, ohne an der Schneekanone herumklettern zu müssen."
„Ohne das Neigungssystem mussten wir uns perfekt unter dem Arbeitsbereich positionieren – auf Schnee, oft an steilen Hängen. Mit der seitlichen Neigung können wir jetzt auch bei unebenem Gelände sicher arbeiten."
— Andreas Del Frari, Technischer Leiter bei Funivie di Valdaora
Angepasstes Drehwerk für Hangsteuerung
Hannes Frei von Frei & Co ergänzte: „Wir haben eine verstärkte Drehkonfiguration mit dem PM 23 Drehwerk am PM 18 entwickelt. Es ist kein Standard-Setup, aber es war genau das, was nötig war, um auch an steilsten Hängen volle Kontrolle zu garantieren."
Die Kombination aus Pistenfahrzeug-Mobilität und Kranfunktionalität zeigt, wie Anbaugeräte und Spezialkonstruktionen aus dem Baumaschinenbereich zunehmend in verwandten Branchen Anwendung finden. Während die Elektrifizierung im Baugewerbe weiter voranschreitet, bleibt die Herausforderung in alpinen Höhenlagen vor allem die robuste Mechanik und Anpassungsfähigkeit an extreme Wetter- und Geländebedingungen. Die Entwicklung des Neigungsausgleichs folgt einem Prinzip, das auch bei Mobilkranen und Arbeitsbühnen zum Einsatz kommt, um auf unebenem Untergrund sicheren Betrieb zu gewährleisten.
Branchenübergreifende Technologie-Transfer
Obwohl das Projekt nicht primär auf Elektrifizierung abzielt, zeigt es den Trend zur Integration von Baumaschinen-Technologie in Sondereinsatzgebiete. Der Einsatz von Fernsteuerung oder Telematik könnte in künftigen Entwicklungsstufen zusätzliche Sicherheit bieten, etwa durch Echtzeitüberwachung von Neigungswinkeln und Lastzuständen. Derzeit liegt der Fokus auf mechanischer Robustheit und Handhabbarkeit unter Extrembedingungen.
Für Skigebiete mit ähnlichen Wartungsanforderungen könnte die Kronplatz-Lösung ein Referenzprojekt darstellen. Die Entwicklung verdeutlicht, dass sich bewährte Baumaschinen-Komponenten – Drehkranz, Stützsystem, Arbeitsbühnenanbindung – auch jenseits klassischer Erdbewegung und Materialumschlag wirtschaftlich einsetzen lassen, wenn spezifische Sicherheitsanforderungen und Geländebedingungen es erfordern.
Die nächste Wintersaison wird zeigen, ob die Maschine auch bei längerfristigem Dauereinsatz die Anforderungen erfüllt und ob weitere Skigebiete ähnliche Lösungen für ihre Infrastrukturwartung in Betracht ziehen. Frei & Co hat mit der Entwicklung des Neigungsausgleichs und der Drehwerk-Anpassung technisches Know-how demonstriert, das auch für andere Hangarbeiten – etwa in Forst- oder Seilbahnbau – relevant sein könnte.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.




