Der schwedische Hersteller Dynapac hat zwei Straßenfertiger an die Dallmann GmbH in Bramsche geliefert. Das niedersächsische Bauunternehmen setzt künftig die Modelle SD2500CS und F1250CS ein. Der Auftrag signalisiert anhaltende Nachfrage nach modernen Straßenbaumaschinen in Deutschland.

Die beiden Fertiger decken unterschiedliche Einsatzbereiche ab. Der SD2500CS ist für mittlere bis große Projekte konzipiert, der F1250CS als kompakteres Modell für engere Baustellen. Beide erfüllen die aktuelle EU Stage V-Norm und entsprechen damit den seit 2020 geltenden Abgasvorschriften für Baumaschinen über 56 kW Motorleistung.

Für Bauunternehmen wie Dallmann ist die Investition in Stage-V-konforme Technik mittlerweile Standard. Öffentliche Auftraggeber fordern zunehmend den Einsatz emissionsarmer Maschinen. Wer noch ältere Asphaltfertiger im Fuhrpark hat, riskiert bei Ausschreibungen Nachteile. Die Nachrüstung älterer Modelle mit SCR-Katalysatoren und Dieselpartikelfiltern ist technisch oft möglich, rechnet sich aber ab einer gewissen Maschinenlaufzeit kaum noch.

Der deutsche Markt für Straßenbaumaschinen zeigt sich trotz Konjunkturdelle robust. Nach Branchenangaben wurden 2024 bundesweit rund 800 neue Straßenfertiger zugelassen – knapp 5% mehr als im Vorjahr. Treiber sind vor allem Ersatzbeschaffungen bei kommunalen Betrieben und mittelständischen Bauunternehmen. Die durchschnittliche Nutzungsdauer liegt bei 8 bis 12 Jahren, abhängig von Betriebsstunden und Einsatzprofil.

Dynapac gehört zur schwedischen Fayat Group und positioniert sich im mittleren Preissegment zwischen Premiumherstellern wie Vögele und asiatischen Anbietern. Die Marke ist in Deutschland vor allem bei kommunalen Betrieben und Mittelständlern verbreitet. Größere Asphaltierer setzen häufiger auf BOMAG oder Vögele, die bei Einbaubreiten über 10 Meter mehr Modellvarianten bieten.

Technisch relevant bei modernen Straßenfertigern sind heute vor allem drei Faktoren: Einbaubreite und Flexibilität der Abziehbohle, Emissionswerte nach Stage V sowie Integration von 3D-Maschinensteuerung. Letztere ermöglicht zentimetergenaues Arbeiten nach digitalem Geländemodell – ein Standard bei Autobahnprojekten, aber noch längst nicht auf allen kommunalen Baustellen.

Die Lieferung an Dallmann reiht sich ein in eine Serie von Neuanschaffungen im Straßenbau-Segment. Auch andere Hersteller wie HAMM bei Verdichtungswalzen oder Wirtgen bei Kaltfräsen berichten von stabiler Nachfrage trotz Unsicherheit über öffentliche Infrastrukturbudgets. Entscheidend bleibt der Zustand der Bundesfernstraßen: Über 4.000 Brücken gelten als sanierungsbedürftig, dazu kommen tausende Kilometer schadhafter Autobahnen und Bundesstraßen.