Ein Transportfahrwerk kombiniert robuste Rollen oder Räder mit einem stabilen Rahmen, um schwere Maschinen, Ausrüstungen oder Materialien über kurze Distanzen zu bewegen – ohne die Notwendigkeit für umfangreiche Hebevorrichtungen. Besonders in Industrieumgebungen und Werkstätten, wo große Baumaschinen regelmäßig bewegt werden müssen, bieten diese Fahrwerke eine flexible Lösung zur Handhabung schwerer Lasten. Doch welche Bauformen gibt es, und worauf müssen Sie beim Einsatz achten?
Aufbau und Funktionsprinzip: Lenkfahrwerk trifft auf feste Kassetten
Ein typisches Transportfahrwerk-System besteht aus zwei Komponenten: dem Lenkfahrwerk (L) und den festen Fahrwerken (F). Das Lenkfahrwerk bietet dank seiner drehbaren, häufig waffelgummi-gepolsterten Auflage maximale Manövrierfähigkeit und ist für Lasten von 3 bis 60 Tonnen ausgelegt. Die festen Fahrwerke werden als widerstandsfähiges Paar geliefert und beeindrucken mit einer Tragfähigkeit von 1,5 bis 30 Tonnen pro Kassette.
Diese Kombination ermöglicht präzises Positionieren schwerer Lasten auf glatten Oberflächen in Werkshallen oder Fertigungsbereichen. Die flexible Zusammenstellung von Lenk- und Festfahrwerken erlaubt es Ihnen, das System genau an Ihren individuellen Bedarf anzupassen – etwa beim Verschieben von Hydraulikbaggern in der Werkstatt oder beim Umsetzen von Anbaugeräten im Lagerbereich.
Welche Tragfähigkeit benötigen Sie für Ihren Einsatzfall?
Bevor Sie ein Transportfahrwerk einsetzen, müssen Sie das Gewicht der Ladung exakt ermitteln – etwa durch die Kennzeichnung an der Baumaschine. Nutzen Sie nur geeignete und ausreichend tragfähige Transportmittel. Die Entscheidung für das richtige Modell hängt von mehreren Parametern ab, die sich aus Ihrem konkreten Betriebskontext ergeben.
- Lenkfahrwerke (L): geeignet für 3 bis 60 Tonnen, ermöglichen präzises Manövrieren
- Feste Fahrwerke (F): 1,5 bis 30 Tonnen pro Kassette, paarweise für stabile Lastverteilung
- Schwerlast-Fahrwerke: Speziallösungen für das Schieben, Ziehen und Manövrieren von schweren Wagen, Maschinen und Förderanlagen
Transport von Baumaschinen: Sicherung auf dem Tieflader
Sobald Sie Baumaschinen über längere Distanzen transportieren – etwa auf einem Tieflader – gelten deutlich strengere Sicherungsvorschriften. Das Auf- und Abladen von Baumaschinen darf nur auf tragfähigem Untergrund durchgeführt werden; das Transportfahrzeug muss horizontal ausgerichtet sein.
Vor dem Verladen sind die Ladefläche und das Fahrwerk der zu verladenden Baumaschinen von Schlamm, Schnee und Eis zu reinigen. Der Ladungsschwerpunkt ist möglichst auf der Längsmittellinie der Ladefläche des Transportfahrzeuges auszurichten. Zulässige Achs-, Sattel- oder Stützlasten dürfen nicht überschritten werden, die Mindestachslast der Lenkachse darf nicht unterschritten werden.
Zurrmittel richtig bemessen und einsetzen
Zurrmittel wie Drahtseile, Ketten und Gurte müssen nach dem Gewicht der zu transportierenden Baumaschine bemessen und ausgewählt werden. Beim Diagonalzurren ist pro Ladegut immer die Verwendung von vier Zurrmitteln erforderlich. Die Zurrpunkte des Transportmittels dürfen nicht überlastet werden; achten Sie auf das Zurrpunktschild nach DIN EN 12640 mit der Mindestgröße 200/150 mm.
Zurrmittel sind vor jeder Benutzung auf augenscheinliche Mängel durch den Benutzer zu prüfen – in der Regel einmal jährlich durch eine zur Prüfung befähigte Person. Während der Transportfahrt müssen Sie die Zurrmittel in regelmäßigen Zeitabständen, nach einer Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung sowie nach jeder Pause überprüfen, in der Fahrzeug und Ladung unbeaufsichtigt waren.
Winkelbereiche beim Direktzurren beachten
Beim Direktzurren sind die Winkelbereiche der Zurrwinkel einzuhalten. Der vertikale Zurrwinkel, gemessen zwischen der Ladeflächenoberkante und dem Zurrmittel, muss zwischen 20 und 65 Grad liegen, um Sicherung gegen Kippen und Rutschen zu gewährleisten. Ein Winkel ab 20 Grad sichert nur gegen Rutschen der Ladung. Der horizontale Zurrwinkel, gemessen zwischen der längs Außenkante der Ladefläche und dem Zurrmittel, sollte zwischen 6 und 55 Grad betragen.
Reibbeiwerte und erforderliche Zugkraft ermitteln
Der Reibbeiwert zwischen Ladung und Transportfläche ist entscheidend für die erforderliche Zugkraft der Zurrmittel. Bei einem Radlader mit einem Gewicht von 6,0 Tonnen ergibt sich bei sauberen Gummireifen auf besenreiner Ladefläche ein Reibbeiwert von 0,6 mit f = 0,75. Die erforderliche Zugkraft pro Strang beträgt in diesem Fall 2000 daN.
Bei verschmutzten Gummireifen auf unsauberer Ladefläche oder bei Eis, Schnee oder Frost sinkt der Reibbeiwert auf 0,2 – die erforderliche Zugkraft steigt auf 8000 daN pro Strang. Diese drastische Zunahme zeigt, wie wichtig die Reinigung der Ladefläche und des Fahrwerks vor dem Verladen ist.
Innerbetrieblicher Einsatz: Wann Transportfahrwerke die wirtschaftlichere Wahl sind
Für den innerbetrieblichen Transport auf glatten Oberflächen sind Transportfahrwerke häufig die wirtschaftlichere Lösung im Vergleich zu umfangreichen Hebevorgängen. Sie ermöglichen die Sammlung, den Transport und die Entleerung von Schüttgut, Produktionsabfällen und Sekundärrohstoffen direkt an den Entstehungsorten, ohne manuelle Umfüllvorgänge und ohne Unterbrechung laufender Produktionsprozesse.
Besonders bei regelmäßigen Umsetzungen von Anbaugeräten oder Maschinen in Werkstätten und Lagerhallen bieten Transportfahrwerke eine flexible und schnelle Handhabung. Die Investition amortisiert sich durch eingesparte Krankapazitäten und verkürzte Standzeiten.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
Neben der Tragfähigkeit sind weitere Faktoren für die Auswahl entscheidend: die Bodenbeschaffenheit am Einsatzort, die Zugriffshäufigkeit, die räumlichen Bedingungen und die Anforderungen an Manövrierfähigkeit. Hochwertige Materialien und Verarbeitung sind für die Betriebssicherheit und Lebensdauer unerlässlich.
Deutsche Hersteller setzen auf verwindungsfreie Schweißkonstruktionen und robuste Laufwerke, die auch unter dauerhafter Belastung zuverlässig arbeiten. Für die kurzfristige Bedarfsplanung sind Transportfahrwerke auch anmietbar – eine Option, wenn Sie nur gelegentlich schwere Lasten innerbetrieblich bewegen müssen.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.



