Die Firmengruppe Max Bögl hat Anfang 2026 fünf Liebherr-Mobilkrane vom Typ LTM 1750-9.1 bestellt. Der erste Kran wurde bereits im Juli 2026 im Liebherr-Werk Ehingen übergeben und ist seitdem in Papenburg bei der Montage von Windkrafttürmen im Einsatz. Die restlichen vier Krane werden bis Februar 2027 sukzessive ausgeliefert. Die Investition zielt auf den Ausbau der Montagekapazitäten für hybride Windtürme – ein Geschäftsfeld, in dem Max Bögl nach eigenen Angaben Markt- und Technologieführer in Deutschland ist.
Warum Max Bögl jetzt fünf Großkrane ordert
Stefan Bögl, Vorstandsvorsitzender der Firmengruppe, nennt die gestiegene Nachfrage nach Windkraftanlagen im Zuge der Energiewende als zentralen Auslöser für die Flottenerweiterung. „Liebherr ist seit langer Zeit unser zuverlässiger Partner, wenn es um den Ausbau unseres firmeneigenen Baumaschinenequipments geht. Damit investieren wir weiter in unsere eigene Wertschöpfungstiefe, wodurch wir in der Lage sind, den steigenden Bedarf an Hybridtürmen schnell und zuverlässig decken zu können", erklärt Bögl bei der Kranübergabe. Die neu erworbenen Mobilkrane seien aufgrund ihrer hohen Hubleistung und der schnellen Einsatzbereitschaft ideal für Wind-Baustellen geeignet.
Das Unternehmen aus Sengenthal in der Oberpfalz erweitert parallel zur Kranflotte auch seine Produktions- und Montagekapazitäten. Die Bestellung von fünf baugleichen Großkranen in einem Zug ist im Schwerlastkran-Segment selten und signalisiert einen erheblichen Investitionsschub in die eigene Montagekapazität – ein Indiz für erwartetes Auftragswachstum im Windkraftsegment.
Was der LTM 1750-9.1 auf Wind-Baustellen leistet
Hybridtürme für Windkraftanlagen kombinieren Beton- und Stahlkomponenten. Der Betonturm allein kann je nach Nabenhöhe bis zu 110 Meter erreichen und besteht aus über 30 Einzelringen mit Gewichten von bis zu 60 Tonnen und Durchmessern bis zu 12 Metern. „Der LTM 1750-9.1 ist ein idealer Kran für die Montage unserer Hybridtürme. Neben der großen Hubleistung ist er außerdem schnell gerüstet, wodurch er in kurzer Zeit zwischen den einzelnen Projekten umgesetzt werden kann", so Stefan Bögl.
Der erste Kran im Einsatz in Papenburg montiert 20 Betontürme für Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von jeweils 164 Metern. Die Betontürme selbst sind 86 Meter hoch. Für diese Aufgabe muss der Kran Lasten von bis zu 56 Tonnen auf diese Hubhöhe bewegen. Der 52 Meter lange Teleskopausleger wird mit Gitterstücken auf eine Rollenkopfhöhe von rund 100 Metern verlängert. Die Gesamtmontage der 20 Türme ist auf 17 Wochen terminiert.
Florian Herdegen, Bauleiter Turmmontage bei Max Bögl, hebt die Präzision des Krans hervor: „Wenn die Komponenten schwerer und die Anlagen höher werden, braucht man entsprechendes Gerät. Der LTM 1750-9.1 passt genau zu den Anforderungen unserer Baustelle. Es ist immer wieder eine Herausforderung, unsere Beton-Ringe millimetergenau unter wechselnden Wetterbedingungen auf den Turm zu setzen. Mit dem Liebherr-Kran funktioniert die Montage reibungslos."
Bedeutung für die Energiewende und mögliche Automatisierungsperspektiven
Die Bestellung unterstreicht den Zusammenhang zwischen Energiewende-Infrastruktur und Investitionszyklen bei Bau- und Kranunternehmen. Die Nachfrage nach Windkraftanlagen steigt – getrieben durch nationale Ausbauziele und Genehmigungsbeschleunigungen. Max Bögl setzt dabei auf eigene Montageressourcen statt auf externe Dienstleister, was höhere Flexibilität und Auslastungssteuerung ermöglicht.
Während der aktuelle Einsatz konventionell mit Kranführer erfolgt, bietet die zunehmende Digitalisierung im Kranbau perspektivisch Anknüpfungspunkte für teil- oder vollautomatisierte Montageprozesse. Autonome Baumaschinen sind in anderen Segmenten – etwa bei Muldenkippern im Tagebau – bereits in Serie. Im Kranbereich stehen Assistenzsysteme wie automatische Lastmomentbegrenzung, digitale Hebeplanung und Telematik-Anbindung zur Verfügung. Eine vollautonome Montage von Windkrafttürmen ist technisch noch nicht realisiert, aber Hersteller wie Liebherr arbeiten an Fernsteuerungs- und Fernsteuerungs-Optionen, die den Kranführer aus der Höhe holen und sicherheitskritische Arbeitsschritte standardisieren könnten.
Einordnung: Großinvestitionen als Indikator für Infrastrukturwende
Die fünf LTM 1750-9.1 sind ein Beleg dafür, dass die Energiewende nicht nur in Windturbinen und Netze investiert wird, sondern auch in die Montage-Infrastruktur. Für Kranvermieter und Bauunternehmen entstehen neue Auslastungspotenziale in einem Segment, das langfristig planbar ist. Die Hybridbauweise ermöglicht größere Nabenhöhen als reine Stahltürme und erschließt windhöffigere Luftschichten – ein Treiber für steigende Anforderungen an Hubleistung und Präzision.
Mit der Entscheidung für eigene Krane statt Mietlösungen sichert Max Bögl sich zudem Unabhängigkeit von angespannten Mietmärkten. Die sukzessive Auslieferung bis Februar 2027 deutet auf eine kontinuierliche Auftragspipeline hin, die eine schrittweise Flottenintegration rechtfertigt.
Die Investition zeigt exemplarisch, wie Infrastrukturprojekte der Energiewende Nachfrage für Mobilkrane und Kranlogistik schaffen – ein Trend, der auch andere Hersteller und Anwendungsfälle betrifft. Weitere Informationen zu Kranlogistik-Anforderungen finden sich unter Mobilkrane für innerstädtische Kranlogistik.
Quellen
Liebherr
Weltweit führender Hersteller von Baumaschinen und Kranen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
