Liebherr hat für seine Mining-Ausrüstung das System Liebherr Connect Remote Service entwickelt – eine Kombination aus digitalen Anwendungen und Echtzeit-Support durch Liebherr-Spezialisten. Das Angebot richtet sich an Bergbaubetriebe in abgelegenen Regionen, in denen Maschinenausfälle zu erheblichen Produktionsverlusten führen. Die Plattform ermöglicht es technischen Teams vor Ort, Probleme zu identifizieren, zu diagnostizieren und zu beheben, ohne auf den Einsatz von Servicetechnikern warten zu müssen.
Was leistet Liebherr Connect Remote Service?
Das System besteht aus drei Kern-Komponenten: Troubleshoot Advisor (TSA), Content Delivery Portal (CDP) und XpertAssist. Der Troubleshoot Advisor ist eine Anwendung, die Nutzern Zugang zu Support-Artikeln und schrittweisen Fehlerbehebungsanleitungen bietet. Das Content Delivery Portal funktioniert als intelligente Suchdatenbank für technische Dokumentation – von Bedienungsanleitungen bis zu Servicehandbüchern. XpertAssist ermöglicht Echtzeit-Kommunikation zwischen Nutzern und Liebherr-Experten über Live-Chat, Videoanrufe mit Augmented Reality und einen integrierten Chat-Übersetzer.
Alle drei Tools sind über das MyLiebherr-Kundenportal oder App-Stores zugänglich. Die Plattform setzt auf eine offene Architektur, die eine nahtlose Integration in bestehende Flottenmanagement- und Asset-Management-Systeme erlaubt – von Einzelmaschinen bis zu großen Fuhrparks. Die Kompatibilität erstreckt sich dabei über verschiedene Maschinentypen: von Hydraulikbaggern über Bergbaugeräte bis zu Kränen und mobilen Hafenkränen.
Kernfunktionen für schnelle Reparaturen
- Troubleshoot Advisor: direkter Zugang zu Fehlerdiagnose-Artikeln und Schritt-für-Schritt-Anleitungen
- Content Delivery Portal: zentrale Datenbank für alle technischen Handbücher und Service-Dokumente
- XpertAssist: Live-Chat, Video-Call mit AR-Funktionen, In-Chat-Übersetzung für weltweiten Support
- 24/7-Verfügbarkeit: durchgehende Erreichbarkeit von Liebherr-Spezialisten bei Buchung eines Support-Pakets
- Weltweiter Service: Zugang zu Expertenwissen unabhängig vom geografischen Standort
Wie funktioniert der Fernzugriff?
Liebherr hat die Connectivity-Lösungen in Zusammenarbeit mit Cybersecurity-Spezialisten, Design-Ingenieuren und Service-Experten entwickelt. Marcel Flir, Leiter für digitales Geschäft und Strategie in der Liebherr-Gruppe, betont die Bedeutung von Netzwerken für Baustellen: „Baustellen sind komplexe Ökosysteme mit zahlreichen Maschinen und Geräten aus verschiedenen Generationen und mit unterschiedlichen Antriebskonzepten. Hinzu kommen enge Zeitpläne, hoher Kostendruck und steigende Effizienzanforderungen. Die Lösung: intelligente, standortunabhängige Vernetzung."
Die Remote Service-Anwendung wurde in einer erweiterten Testphase bereits in abgelegenen Standorten und herausfordernden Situationen erprobt. Im April 2020 benötigte Liebherrs Großkunde Adani Murmugao Port Terminal Pvt. Ltd. in Indien sofortige Hilfe für eine Maschine, doch ein Vor-Ort-Besuch war pandemiebedingt nicht möglich. Liebherr-Ingenieure wiesen das Adani-Personal per Remote Service an, die defekte Pumpe zu entfernen, inspizierten den Zustand des Getriebes aus der Ferne und leiteten die Installation der neuen Pumpe. Manguesh Sangodkar, Head of Engineering bei Adani Murmugao Port Terminal, würdigte den Ansatz: „Die Art und Weise, wie Sie die Arbeit über Remote Service planen, kommunizieren und mit Ihrem hochprofessionellen und technisch versierten Ingenieurteam ausführen, ist großartig."
Flexibilität durch Support-Pakete
Liebherr bietet unterschiedliche Support-Pakete an, die sich an den Betriebsrhythmen der Kunden orientieren. Das Business-Hours-Paket deckt lokale Geschäftszeiten ab und richtet sich an Betriebe ohne eigene 24-Stunden-Betreuung. Das Extended-Hours-Paket bietet Unterstützung über die regulären Zeiten hinaus und schließt Lücken im Rund-um-die-Uhr-Betrieb. Das 24/7-Paket gewährleistet ununterbrochene Erreichbarkeit von Liebherr-Spezialisten – ein entscheidendes Merkmal für kontinuierlichen Bergbaubetrieb in abgelegenen Regionen.
Nachrüstung für Bestandsflotten
Die Telematik-Lösungen sind bereits in verschiedenen Liebherr-Maschinen integriert, können aber auch für ältere Geräte-Generationen nachgerüstet werden. Diese Offenheit für Bestandsflotten ermöglicht es Betreibern, alle Maschinen in ein zentrales digitales Ökosystem einzubinden. Die Konnektivität setzt lediglich einen Laptop, ein Tablet oder Smartphone sowie eine Internetverbindung voraus.
First-Time-Fix-Rate und Kosteneffizienz
Liebherr hebt hervor, dass Remote Service die First-Time-Fix-Rate (FTTR) erhöht – also den Anteil der Reparaturen, die beim ersten Anlauf erfolgreich sind. Wartungspersonal vor Ort erhält umfassende Informationen, technische Dokumentation und Expertenunterstützung, um Maschinenprobleme beim ersten Versuch zu beheben. Diese gesteigerte Fähigkeit verbessert die Effektivität der Techniker, optimiert den Ressourceneinsatz und senkt die Wartungskosten. Eine höhere FTTR bedeutet zudem reduzierte Stillstandszeiten und effizientere Betriebsabläufe.
Falls Vor-Ort-Einsätze unvermeidbar sind, sorgen durchgängige Dokumentation und visuelle Unterstützung für effiziente Serviceprozesse, optimalen Einsatz und Unterstützung des technischen Teams. Dies ermöglicht Betreibern, Budgets und Ressourcen effektiv zu verwalten, während hohe Betriebsstandards erhalten bleiben.
Einordnung in die Digitalisierungsstrategie
Liebherr Connect Remote Service ist Teil einer umfassenderen Digitalisierungsstrategie. Neben Remote Service bietet Liebherr weitere digitale Lösungen wie Crane Planner 2.0, das Flottenmanagement-System LiDAT, das Kranen-Datenanalyse-Tool LiDAT smartApp und das Online-Portal MyLiebherr. Marcel Flir sieht in der Digitalisierung einen entscheidenden Erfolgsfaktor: „Die digitale Transformation ist längst Realität und ein entscheidender Erfolgsfaktor. Darum geht es bei Liebherr Connect: optimale Vernetzung mit digitalen Services und Analyse-Tools."
Die Vernetzung wird künftig auch Automatisierung ermöglichen. Flir erläutert: „Die Verbindung zu digitalen Lösungen wird es ermöglichen, dass immer mehr Prozesse zukünftig mittels neuer Technologien wie KI-Mustererkennung ferngesteuert oder sogar autonom durchgeführt werden." Die digitale Vernetzung über BIM und digitale Baustelle hebt die Produktivität von Baustellen auf ein neues Niveau.
Für Betreiber von Bergbau- und Baumaschinen in abgelegenen Regionen bietet Liebherr Connect Remote Service damit eine konkrete Lösung zur Minimierung von Ausfallzeiten, während gleichzeitig die Abhängigkeit von physischen Serviceeinsätzen reduziert wird. Die Kombination aus intelligenter Software, AR-gestützter Kommunikation und Expertenzugang rund um die Uhr adressiert die spezifischen Herausforderungen des Mining-Sektors.
Quellen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

