Fahrerassistenzsysteme (FAS) sind elektronische Zusatzeinrichtungen in Kraftfahrzeugen und Schienenfahrzeugen, die Fahrende in bestimmten Situationen unterstützen. Im weiteren Sinne spricht man von „Bedien- und Fahrassistenzsystemen", wenn nicht nur reine Fahraufgaben betroffen sind, sondern auch Bedienaufgaben an Hydraulikbaggern, Radladern oder Mobilkranen.
FAS greifen teilautonom oder autonom in Antrieb, Steuerung oder Signalisierungseinrichtungen ein oder warnen den Fahrer durch geeignete Mensch-Maschine-Schnittstellen kurz vor oder während kritischer Situationen. Derzeit sind die meisten Systeme so konzipiert, dass die Verantwortung beim Fahrer bleibt – autonome Eingriffe können in der Regel „übersteuert" werden, um eine Entmündigung zu vermeiden.
Die rechtliche Lage nach dem Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr von 1968 verlangt, dass der Fahrer jederzeit sein Fahrzeug beherrschen muss. Zudem bieten derzeit verfügbare Sensoren und Signalverarbeitungsansätze noch keine zuverlässige Umfelderkennung unter allen möglichen Fahrzuständen und Wetterbedingungen. Assistenzsysteme leisten daher nur begrenzte Unterstützung in bestimmten, beherrschbaren Situationen.
Einfache Systeme wie ABS (Antiblockiersystem) oder ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) nutzen Sensoren zur Messung der Raddrehzahl, der Gierrate sowie der Längs- und Querbeschleunigung. Weitergehende Systeme wie Abstandsregler oder Spurwechselassistenten benötigen zusätzlich Informationen über das Fahrzeugumfeld durch Ultraschall, Radar, Lidar oder Kamera. Teilweise sind auch Kombinationen mehrerer Sensorsysteme – sogenannte Sensordatenfusion – notwendig.
Als rechtliche Grundlagen des Arbeitsschutzes sind die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und die Technische Regel für Betriebssicherheit „Mechanische Gefährdungen – Maßnahmen zum Schutz vor Gefährdungen beim Verwenden von mobilen Arbeitsmitteln" (TRBS 2111 Teil 1) maßgeblich.
Die Fahraufgabe wird im weitesten Sinne in die drei Ebenen der Planung, Führung und Stabilisierung eingeteilt. Für die Führungs- und Stabilisierungsebenen sind meistens nur Handlungszeiträume von Millisekunden verfügbar, die nur mithilfe von Fahrdynamiksystemen erreicht werden können.
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