Der Asphaltfertiger – auch Straßenfertiger oder kurz Fertiger genannt – ist eine Baumaschine zum maschinellen Aufbringen und Vorverdichten von Asphaltmischgut zu einer Schicht. Das Gerät verarbeitet ungebundene und gebundene Schichten wie Sand, Schotter, Asphalt und Beton profilgerecht. Grundsätzlich wird zwischen dem Raupen- und dem Radfertiger unterschieden. In der Bauwirtschaft hat sich umgangssprachlich auch die Bezeichnung Schwarzdeckenfertiger durchgesetzt.

Wie funktioniert ein Asphaltfertiger?

Die Maschine besteht aus mehreren Hauptkomponenten: dem Fahrantrieb, dem Materialbehälter (Aufnahmebehälter), den Kratzerbändern, der Verteilerschnecke, der Einbaubohle, der Heizung und der Nivellierautomatik. Der Materialtransport und die Verteilung in der Maschine sind automatisiert und können bei Bedarf manuell übersteuert werden.

Beim klassischen Horizontaleinbau wird das einzubauende Material durch einen LKW-Kipper ohne eingelegten Gang zugeführt, der in einer speziellen, vorn angebrachten Halterung – dem Abdrückbalken – von der Maschine geschoben wird. Das Material gelangt über Kratzerbänder und eine Verteilerschnecke zur Einbaubohle, die das Mischgut in der gewünschten Dicke und Breite vorverdichtet ablegt. In der Regel wird das hinter der Maschine vorverdichtete Material anschließend durch Walzen weiter verdichtet und geglättet.

Entwicklungsschritte: Ausziehbohlen und Hochverdichtung

Einen wichtigen Entwicklungsschritt stellte die Einführung der hydraulischen Ausziehbohlen in den 1970er Jahren dar. So konnten erstmals Gesamteinbaubreiten von bis zu 12 Metern realisiert werden. Bedeutend war zudem in den 1980er Jahren das Aufkommen der Hochverdichtungsbohle. Diese beiden Komponenten wurden in den folgenden Jahrzehnten stetig weiterentwickelt und sind Bestandteil aller modernen Straßenfertiger.

Wo werden Asphaltfertiger eingesetzt?

Fertiger werden von der Bauwirtschaft in allen Bereichen eingesetzt und sind im Straßen- und Wegebau, Böschungs- und Deponiebau sowie vereinzelt im Garten- und Landschaftsbau, im Sportplatzbau oder Gleisbau zu finden. Neben der Hauptaufgabe, dem Einbau von Walzasphalt, können mit der Maschine zudem Sand, Schotter, hydraulisch gebundene Tragschichten und Beton profilgerecht eingebaut werden. Der maschinelle Einbau von Gussasphalt ist allerdings nur mit einer Gussasphaltbohle möglich.

Einsatzprofile und Varianten

Beim Einbau an Steigungen, wie sie beim Deponiebau und Wasserbau vorkommen können, stehen herkömmliche Varianten oder Umbauten in Form eines Hangfertigers zur Verfügung. Weitere Einsatzprofile sind Einbau in Schräglage oder das Herstellen von Spurbahnen und Profilbau im Gleis- und Landschaftsbau.

Je nach Bauausschreibungen und Verfahren kann der Einsatz eines Beschickers notwendig sein. Die ursprünglich für den Kompaktasphaltfertiger entwickelte Maschine wird als berührungsloses Verbindungselement zu den Mischguttransportfahrzeugen eingesetzt und nutzt ein Förderband zur Materialübergabe.

Sonderformen: Kompakt-, Sprüh- und Streufertiger

Neben den herkömmlichen Maschinen wurden auch Sonderformen entwickelt, die auf eine bestimmte Einbauweise zugeschnitten sind. Der Kompaktasphaltfertiger gehört zu diesen Spezialbauformen. Auch Sprühfertiger und Fertiger mit integriertem Streuer erweitern das Einsatzspektrum für spezifische Aufgaben im Straßenbau.

Heiß an Heiß – Fugenloser Asphalteinbau

Beim sogenannten Heiß-an-Heiß-Einbau arbeiten mehrere Asphaltfertiger versetzt nebeneinander. Mit diesem Verfahren lassen sich Nähte, die meist eine Schwachstelle sind, vermeiden. Der Einsatz mehrerer Maschinen in Serie ermöglicht großflächige, nahtlose Asphaltdecken mit höherer Qualität und Tragfähigkeit.

Der Einsatz von Asphaltfertigern im Autobahnbau erfordert oft hohe Einbauleistungen und breite Arbeitsbreiten. Hier kommen bevorzugt Raupenfertiger mit Hochverdichtungsbohlen und Nivellierautomatik zum Einsatz, die präzise Ebenheit und hohe Verdichtungsgrade bereits beim Einbau garantieren.