Das Drehmoment ist die zentrale Leistungskenngröße für Baumaschinen-Motoren und Hydraulikantriebe. Es beschreibt die Kraft, die ein rotierendes System auf eine Welle ausübt, gemessen in Newtonmeter (Nm) oder Kilonewtonmeter (kNm). Für den Baumaschinenführer bedeutet hohes Drehmoment: mehr Grabkraft, mehr Zugkraft, mehr Verdichtungsleistung.
Dieselmotoren in Baumaschinen sind auf hohes Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen optimiert (1.200–1.800 U/min) — anders als PKW-Motoren, die erst bei hohen Drehzahlen Spitzenleistung erreichen. Ein Liebherr R 926 Raupenbagger beispielsweise liefert 680 Nm bei 1.400 U/min. Elektro-Baumaschinen wie der Volvo EC230 Electric bieten ihr volles Drehmoment ab 0 U/min — ein bedeutender Vorteil für feinfühlige Arbeiten.
Im Hydrauliksystem bestimmt das Drehmoment der Hydraulikmotoren die Schwenkgeschwindigkeit des Oberwagens und die Antriebskraft der Ketten oder Räder. Die Losbrechkraft des Löffels wird ebenfalls als Drehmoment am Löffelbolzen angegeben und ist ein Schlüsselkriterium bei der Maschinenwahl für Abbruch- und Felsarbeiten.