Wacker Neuson bringt drei neue Minibagger auf den europäischen Markt. Der bayerische Hersteller setzt auf Digitalisierung, EU-Stufe-V-Konformität und kompaktes Design, um seine Position in der 1- bis 3-Tonnen-Klasse zu stärken. Die Ausweitung des Sortiments ist eine direkte Antwort auf den wachsenden Wettbewerbsdruck durch Kubota und Komatsu im Segment der Minibagger.

Der Münchner Hersteller konzentriert die Offensive auf städtische Baustellen und den Versorgungssektor. Die neuen Modelle liegen im Betriebsgewichtsbereich zwischen 1,5 und 2,8 Tonnen. Alle drei Minibagger sind ab Werk mit EU-Stufe-V-konformen Motoren, SCR-Katalysatoren und Partikelfiltern ausgestattet. Wacker Neuson erfüllt damit die zunehmend strengeren Vorschriften in städtischen Niedrigemissionszonen.

Die integrierte Telematik stellt den zentralen Aspekt der neuen Generation dar. Alle Modelle sind mit Cloud-Konnektivität ausgestattet, die die Überwachung von Betriebsstunden, Verbrauch und Wartungsintervallen in Echtzeit ermöglicht. Für Flottenmanager bedeutet das: präzisere Wartungsplanung und Reduzierung der Maschinenausfallzeiten um bis zu 15%, laut Herstellerangaben. Die digitale Schnittstelle ist mit bestehenden Flottenmanagementsystemen kompatibel.

Beim Design setzt Wacker Neuson auf das Zero Tail Swing-Konzept. Der kompakte Heck ermöglicht Arbeiten in engen Räumen, ohne die Breite der Raupenketten zu überschreiten. Dieser Vorteil ist besonders bei Aushubarbeiten in historischen Innenstädten, Straßensanierungsbaustellen und Arbeiten an Versorgungsnetzen entscheidend. Der Schwenkradius überschreitet 1,60 Meter bei den kleineren Modellen nicht.

Bei der Hydraulik bieten die neuen Minibagger eine Förderleistung von 30 Litern pro Minute bei den 2,8-Tonnen-Modellen. Das reicht für die Versorgung von Anbaugeräten wie Hydraulikhämmern, Fräsen oder Greifern. Das hydraulische Quick Coupler-System ist gegen Aufpreis erhältlich, mit geschätzten Zusatzkosten zwischen 1.800 und 2.400 Euro je nach Größe.

Die maximale Grabtiefe erreicht 2,65 Meter beim mittleren Modell. Die Reißkraft der Schaufel wird mit 18,5 kN angegeben, ein Wert, der mit der japanischen Konkurrenz gleichauf liegt. Zum Vergleich: Kubota gibt 19,2 kN in der entsprechenden Klasse an, Takeuchi bleibt bei 17,8 kN. Der Unterschied macht sich im verdichteten Untergrund bemerkbar, weniger bei Aushubarbeiten in lockerem Erdreich.

Mit diesem Schritt stärkt Wacker Neuson seine Position auf dem Markt der Minibagger für städtische Baustellen. Das deutsche Unternehmen konkurriert direkt mit japanischen Marken, die das Kompaktsegment seit Jahren dominieren. Kubota hält etwa 28% des europäischen Minibaggers unter 3 Tonnen, Takeuchi 14%, Wacker Neuson liegt bei rund 9%. Das erklärte Ziel: Bis 2026 einen Marktanteil von 12% erreichen.

Die ersten Modelle werden im zweiten Quartal 2025 zu den Händlern gelangen. Die Listenpreise wurden bislang nicht offiziell mitgeteilt. Auf dem deutschen Markt wird ein Preis zwischen 32.000 und 48.000 Euro je nach Ausstattung erwartet. Die Standardgarantie deckt 2 Jahre oder 2.000 Betriebsstunden ab, erweiterbar auf 3 Jahre mit Wartungsvertrag.