Die Rütteldruckverdichtung (RDV) ist ein Verfahren der Baugrundverbesserung, bei dem locker gelagerte, grobkörnige Böden mit einem Tiefenrüttler durch Schwingungen in eine dichtere Lagerung gebracht werden.

Das Verfahren dient zur Eigenverdichtung von Böden mit nicht idealer Lagerungsdichte – beispielsweise rollige, natürlich gewachsene oder künstlich geschüttete Sande und Kiese. Durch die Schwingungen des Rüttlers werden die Bodenkörner in eine dichtere Lagerung gebracht. Nach Erreichen der Endtiefe mit Spülungsunterstützung entsteht durch schrittweises Ziehen des Rüttlers eine verdichtete Zone von 2 bis 4 m Durchmesser. Das reduzierte Porenvolumen zeigt sich an der Oberfläche in der Ausbildung eines zu verfüllenden Setzungstrichters.

Baugrundverbesserungsmaßnahmen zielen darauf ab, die Tragfähigkeit des Untergrunds zu erhöhen und Setzungen der späteren Bauwerke zu vermeiden. Darüber hinaus können dadurch Bodenverflüssigungen – etwa bei Erdbeben – reduziert werden. Oft stellen Tiefenrüttelverfahren eine schnelle und wirtschaftliche Möglichkeit dar, die technischen Eigenschaften des Baugrunds zu verbessern.

Im Gegensatz zur Rüttelstopfverdichtung funktioniert die Rütteldruckverdichtung ausschließlich in kohäsionslosen Böden. Böden mit mehr als 10 % bindigen Anteilen können durch Schwingungen nicht mehr umgelagert und verdichtet werden.

Neben der Rütteldruckverdichtung und der Rüttelstopfverdichtung kommen im Spezialtiefbau auch Rüttelortbetonsäulen zum Einsatz. Rüttelortbetonsäulen werden angewendet, wenn feinkörnige Böden keinen tragfähigen Verbund mit Stopfsäulen bilden können oder die seitlichen Stützkräfte zu gering sind. Der umgebende Boden wird nicht verdichtet; starre Tragelemente überbrücken nicht tragfähige Bodenschichten.