Merlo präsentiert ein neues Kabinensystem für Teleskoplader: Die Roto Cabina Sospesa. Das ist eine rotierende Hängekabine, die sich um 360 Grad drehen lässt. Das italienische Unternehmen verspricht damit deutlich mehr Sicherheit für Maschinenführer.
Die Kabine ist kardanisch aufgehängt und bleibt in jeder Auslegerstellung horizontal ausgerichtet. Der Fahrer sitzt damit immer im rechten Winkel zur Arbeitsfläche – egal, ob der Ausleger auf 5 oder 15 Meter ausgefahren ist. Das soll Ermüdung reduzieren und die Arbeit auf unebenem Gelände vereinfachen.
Die Rotation erfolgt stufenlos und folgt automatisch der Auslegerstellung. Der Bediener hat dadurch direkten Blick auf Lasthaken und Anbaugerät. Das ist vor allem beim Materialumschlag auf Baustellen mit eingeschränkter Sicht relevant. Wer etwa in Innenhöfen oder bei Sanierungen arbeitet, profitiert von der direkten Sicht nach vorne.
Das System ist als Sonderausstattung für verschiedene Merlo-Baureihen verfügbar. Technische Details wie Gewicht, Mehrpreis oder Nachrüstbarkeit nennt der Hersteller noch nicht. Auf dem italienischen Markt wird die Roto Cabina Sospesa bereits gezeigt. Für den deutschsprachigen Markt läuft gerade die Einführung – nach der kürzlich erfolgten Übernahme des langjährigen Vertriebspartners Heinrichs durch Merlo selbst.
Ob sich das Konzept durchsetzt, hängt von der Akzeptanz der Fahrer und den Betriebskosten ab. Für Flottenbetreiber wird entscheidend sein, wie sich das System auf Wartungsintervalle und Standzeiten auswirkt. Direkte Vergleichswerte zu konventionellen Kabinen liegen noch nicht vor. Wer sich für drehbare Arbeitsplätze an Baumaschinen interessiert, findet Parallelen in der Kranbranche – dort sind schwenkbare Kabinen seit Jahren Standard.
Merlo setzt mit der Innovation auf ein Alleinstellungsmerkmal im Wettbewerb mit Manitou, JCB, Dieci und Bobcat. Die Reaktion der Konkurrenz bleibt abzuwarten.

