Der italienische Spezialkran-Hersteller Jekko hat mit dem SPX1280 seinen bisher größten Raupenkran vorgestellt. Das Topmodell soll 80 Tonnen maximale Traglast schaffen und positioniert sich damit direkt gegen etablierte Anbieter kompakter Obendreherkrane wie Spierings. Für den europäischen Kranmarkt könnte das neue Konzept erhebliche Verschiebungen bringen.
Jekko attackiert mit dem SPX1280 ein Marktsegment, das bislang vor allem von niederländischen und deutschen Herstellern besetzt ist. Während Spierings mit seinen mobilen Selbstfahrerkranen seit Jahren Standards setzt, konzentriert sich Jekko auf die Verbindung von kompakter Bauweise mit Raupenfahrwerk. Der Vorteil: bessere Geländegängigkeit bei gleichzeitig geringer Grundfläche. Für innerstädtische Baustellen mit beengten Platzverhältnissen ist das ein entscheidendes Argument.
Die Marktreaktion dürfte vor allem bei Vermietern für Bewegung sorgen. Wer bislang auf Spierings-Modelle gesetzt hat, bekommt jetzt eine Alternative mit anderem Fahrwerkskonzept. Die Tragfähigkeit von 80 Tonnen liegt in einem Bereich, der für Hochbau und Industriemontage relevant ist. Jekko nutzt damit eine Lücke: Während klassische Mobilkrane oft zu groß für enge Baustellen sind, fehlt es an kompakten Alternativen mit hoher Hubkapazität.
Für Spierings bedeutet der neue Wettbewerber zusätzlichen Druck. Der niederländische Hersteller hat sich mit seinen City-Boy-Modellen eine starke Position erarbeitet. Doch gerade bei Baustellen mit schlechtem Untergrund könnten Raupenkrane punkten. Das geringere Einsatzgewicht pro Aufstandsfläche reduziert die Anforderungen an Bodenplatten und Abstützungen. Das spart Zeit und Kosten beim Kranstellplatz.
Die technischen Details zum SPX1280 hält Jekko noch zurück. Entscheidend wird sein, wie sich der Kran bei Transport und Montagezeiten schlägt. Spierings-Krane fahren komplett montiert zur Baustelle und sind binnen 30 Minuten einsatzbereit. Wenn Jekko hier mithalten will, muss das Raupenkonzept ähnlich schnelle Rüstzeiten bieten. Sonst bleibt der Vorteil der Geländegängigkeit ein Nischenargument.
Für Kranvermieter heißt das: genau rechnen. Die Anschaffungskosten werden zeigen, ob der SPX1280 eine echte Alternative darstellt oder nur ein Ergänzungsprodukt für Sonderfälle wird. Wer bereits Jekko-Modelle im Fuhrpark hat, profitiert von Synergien bei Service und Ersatzteilen. Alle anderen müssen kalkulieren, ob ein neuer Lieferant langfristig Sinn macht. Die nächsten Monate werden zeigen, wie aggressiv Jekko den europäischen Markt bearbeitet und welche Preise am Ende stehen.
Mit dem Vorstoß in die 80-Tonnen-Klasse fordert Jekko die Marktordnung heraus. Die Reaktion der Wettbewerber dürfte nicht lange auf sich warten lassen. Mehr zur Kategorie: Krane.